Johann Doering wurde am 13. April 2084 in einem der Aussenbezirke von München geboren. Seine Mutter war Hanna Doering, der Vater wurde in der Geburtsurkunde mit unbekannt angegeben. Bis zu ihrem Tod durch den Absturz der Esperanza im Jahr 2114 konnte Johann sie nicht dazu bringen, ihm die Identität seines Erzeugers preiszugeben.
Obwohl seine Mutter keine sehr gut bezahlte Arbeit hatte, sie war Datenanalytikerin bei einer kleinen Firma, mussten sie nie Hunger leiden. Nach ihrem Tod konnte Johann Einblick in ihre Kontodateien nehmen und stellte fest, daß sie monatliche Zahlungen von einer staatlichen Stelle bekam, die Gründe aber konnte er nie ausmachen, die Daten waren gut geschützt, zu gut für eine einfache staatliche Zahlung, aber viel war auch bei dem Absturz vernichtet worden.
Johann tat sich in der Schule nie besonders hervor und hatte auch keine ambitionierten Ziele, doch früh interessierte er sich für die Medizin und nahm nach einem frühen Schulabschluß einen Ausbildungsplatz in einer kleinen Klinik in Basel an (2112).
Voller Verehrung für ihre besonderen Fähigkeiten schaute er zu den Psionikern auf dem Berg der Montressor Klinik auf, doch rechnete er sich keinerlei Chancen aus, jemals dort hinzukommen.
Sein Leben änderte sich mit dem Absturz der Esperanza...
Die psionische Schockwelle, die durch den millionenfachen Tod ausgelöst wurde traf ihn härter als es für einen Neutralen hätte der Fall sein dürfen, er lag zwei Wochen im Delirium, in dem er immer wieder davon sprach, er hätte ihren Todesschrei hören können. In dieser Zeit scheint etwas in ihm vorgegangen zu sein. Seine jetzigen Kollegen behaupten zwar, es wäre schon immer in ihm gewesen, doch er ist davon nicht überzeugt.
Nach seinem Erwachen arbeitete sein Geist mit einer Klarheit, wie er es vorher nicht gekannt hatte. Erste Tests zeigten eine Latenz, von der Johann überzeugt ist, daß Tests vor dem Absturz sie sicherlich nicht gezeigt hätten, doch das wird immer ein Rätsel bleiben.
Nachdem er sich wieder völlig erholt hatte durchlief er die Tests und unterzog sich der Prometeuskammer, wobei er nicht daran zweifelte, daß der Prozess bei ihm ein Erfolg werden würde. Er behielt recht.
Sein Studium danach war Routine, sein Ausbilder, Prof. Dr. Dr. med. phil. Theodorus von Hoffstedt, war ein anerkannter Pionier auf dem Gebiet der Biotechnologie, so war es nicht weiter erstaunlich, daß auch Johann dieses Gebiet als sein Spezialgebiet wählte und in ein Forschungsprogramm einstiegt, das sich mit der Erforschung von Bioware zur Wiederherstellung von großflächig verbrannten Hautpartien beschäftigte.
Dies sollte die zweite große Wende in seinem Leben darstellen, diesmal aber nicht zum Guten...
Die Forschungsergebnisse waren anfänglich sehr zufriedenstellend und so übernahm Johann Doering einen Teil der Forschungen, um seine Doktorarbeit in diesem Gebiet fertigzustellen. Dies stellte sich als schwerer Fehler heraus. Die Forschungen schienen nach den großen Anfangserfolgen bald in einer Sackgasse zu stecken. Nach Monaten schwerer Arbeit, die zu keinem Ergebniss führten entschloß Doering sich zu einem Selbstversuch, indem er die gezüchtete Biohaut an sich selbst ausprobierte (2117).
Er formatierte die Bioware, doch musste er schnelle erkennen, daß sie nicht den gewünschten Effekt hat, die Haut verband sich nicht wie gewünscht mit der Haut der Zielperson, sondern bildetet eine Art zweite Haut über der eigenen. Desweiteren konnte die Haut nicht mehr entfernt werden, was Doering mit Panik erfüllte. Einige schnelle Scans zeigten ihm, daß ein Teil des Implantats sich mit seinen Magennerven verbunden hatte, und durch seinen Nabel nach Innen wuchs. Eine Entfernung wäre schwierig, wenn nicht gar unmöglich gewesen. doch es gab einen wesentlich schlimmeren Effekt. Die Haut stellte sich als eine Art Parasit heraus. Das Implantat wurde in einer speziellen Nährlösung gezüchtet, die unter anderem auch Stoffe enthielt, die auf den menschlichen Körper wie eine Droge wirken. Durch die Formatierung übertrug sich das Verlangen nach dem Stoff auf Doering. Doering erkannte schnell, daß er den Zwischenfall geheim halten musste, so nahm er ein paar Wochen Urlaub, angeblich zum Überarbeiten seiner Unterlagen und zum sammeln neuer Ideen.
Er fuhr zurück nach Deutschland, in seine alte Heimatstadt. Dort sammelte er weitere Erfahrungen mit dem Parasiten. Er stellte fest, daß er aufgrund der Formatierung eine gewisse Kontrolle über die Haut ausüben konnte.
Es gelang ihm mit einiger Übung die Haut dazu zu bringen sich über seinen gesamten Körper auszudehnen, wodurch sich sein Aussehen völlig verändert. Haarfarbe, Fingerabdrücke, auch seine Stimme veränderte sich, seine Augen und seine Retina allerdings nicht. Er konnte also auf Wunsch ein anderes Aussehen annehmen, wenn er der Haut befahl, aus seiner Bauchhöhle durch den Nabel über seinen Körper zu kriechen. Dieser Prozess ist schmerzhaft und dauert etwa fünf Minuten.
Es zeigte sich, daß die Biomaske so etwas wie einen Selbsterhaltungstrieb besaß, oder zumindest den vorhandenen verstärkte. Er hatte sich vorher noch nie etwas aus Gewalt gemacht, jetzt aber überfielen in Schweißausbrüche und Krämpfe, wenn er sich in einer gewaltsamen Auseinandersetzung befand (Dies musste er schmerzlich herausfinden, als er in einer dunklen Gasse von ein paar Jugendlichen angepöbelt wurde, die ihn um seine Brieftasche erleichtern wollten. Er konnte nicht verhindern, daß sie seine Brieftaschen nahmen, konnte aber eine gewisse Genugtuung nicht unterdrücken, als er ein paar Tage später in einem Newsholo sah, daß einer der Jungen an inneren Blutungen gestorben war.)
Seine erste Berührung mit dem Verbrechen sollte nicht seine letzte sein. Die Abhängigkeit von den Drogen war stark - anfänglich konnte er sich dagegen wehren, doch schließlich brachen die teuflischen Substanzen seinen Widerstand und seinen Geist.
Mit Hilfe der Maske baute er sich eine zweite Identität auf, die in der Drogenhändlerszene nur unter dem Namen Dr. John Doe bekannt ist (2117- jetzt).
Sein Güte wandelte sich schnell durch Drogen und Geld (vielleicht auch durch die Maske?!?) in Härte und Skrupellosigkeit, die er aber nach Außen gut verbergen konnte, da er schnell erkannte, daß sein Lächeln eine bemerkenswerte Wirkung besaß.
Schnell stellte sich auch der berufliche Erfolg ein und er konnte seine Arbeiten zum Abschluß bringen (2118). Mit dem Geld durch die Patentrechte und aus seinen Drogenaktivitäten baute er in Basel ein Kinderheim (2119) und eine Stätte für Arme (2120) und Obdachlose, die dort Essen und Unterkunft bekommen konnten. Ihm ist nie ganz klar geworden, warum er das getan hat, aber da er damit Geld, Wohlwollen und Einfluß gewinnen konnte hat er auch nie weiter darüber nachgedacht.
Er hat immer Wert darauf gelegt, seine zweite Identität geheim zu halten und mit dem Geld, das ihm inzwischen zur Verfügung steht, hat er sich nach und nach eine fiktive Person kreiert, die auch tiefergehenden Untersuchungen standhält.
Im selben Maße, wie seine zweite Identität in illegale und unwürdige Geschäfte verstrickt wurde kümmert Doering sich um seine beiden Projekte um den Armen zu helfen. Bis jetzt hat er noch keinem der Bewohner seines Heimes ein Leid zugefügt, was merkwürdig ist, wenn man betrachtet, wie er ansonsten vorgeht. Er nutzt seine Kontakte um sich verbotene, aber effektive Waffen zu beschaffen, ein Kampf dieser Art scheint der einzige zu sein, den er sich zumuten kann, schon mehr als einmal blieb eine blubbernde schwarze Masse in einer dunklen Gassen hinter ihm zurück!
Seine Pläne sind ersteinmal weiter an seinen beiden Identitäten zu arbeiten, und sich noch weiter abzusichern, aber wer weiß, wohin es ihn führen wird, wird er weiter in den Drogensumpf abrutschen, oder wird ihm seine unheimliche Veränderung einmal zu Bewußtsein kommen??zurück zum Archiv